Rollläden – offen und doch privat

Wenn ich andere Länder besuche, dann liebe ich es vor allem in Länder zu reisen, in denen die Sonne oft und viel scheint. Und auch im Winter nutze ich eine kleine Auszeit, indem ich Orte bereise, an denen sich, zu unserer kalten Jahreszeit, die Sonne von ihrer allerbesten Seite zeigt. Aber insgesamt sind Menschen in südlichen Ländern sonniger – sonniger im Gemüt, in der Laune, in ihrer ganzen Art und Weise. Viele Dinge finden dort auf der Straße statt, das gemeinsame Essen mit den Nachbarn, die Kinder spielen, die Erwachsenen unterhalten sich, der Schutz der Privatsphäre scheint hier weniger eine Rolle zuspielen. Es ist ein Leben mit- und nicht nebeneinander. An das deutsche Klima bin ich gewöhnt, hier macht jeder schnell die Rollläden zu, und ist in seinem kleinen Reich. Aber man kann auch mit den Deutschen warm werden, man muss nur die Sonne aus dem Herzen lassen, Anderen mit einem freundlichen Lächeln entgegentreten und auch im kalten Deutschland schmelzen eisige Herzen. Und nur weil die Rollläden zu sind, heißt das nicht, dass man sie nicht auch öffnen kann. Man liebt seine Privatsphäre hier, seinen Schutz vor Sonne und Nachbarn aber einmal ins Herz geschlossen, gehen hier Türen, Tore und Herzen auf.  

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